EINHEITLICHER JUGENDSCHUTZ – DIE UNBEACHTETE GEFÄHRDUNG DER KINDER

EINHEITLICHER JUGENDSCHUTZ – DIE UNBEACHTETE GEFÄHRDUNG DER KINDER

Glühend heiß ist die aktuelle und schon mehrmals geführte Diskussion über das Rauchverbot für unter 18-Jährige. Ein einheitliches Jugendschutzgesetz in Österreich wird von vielen Seiten vorgeschlagen – eine Diskussion bei der ein wesentlicher Aspekt unbeachtet bleibt.

Beim wiederholten Vorschlag von Familienministerin Karmasin, das Rauchen erst ab 18 Jahren zu erlauben, lässt sich ein grundsätzlicher Widerspruch nicht übersehen. So wird 16-jährigen Jugendlichen zwar durch das Wahlrecht zugetraut, im Wettstreit unterschiedlicher Parteien, mit ihrer Stimme die Zukunft des Landes mitzubestimmen, gleichzeitig aber wird diesen Jugendlichen die Mündigkeit abgesprochen sich für oder gegen das Rauchen zu entscheiden – obwohl hier klar ist welche Folgen drohen.

Dieser Vorschlag ruft erneut eine Diskussion über den Föderalismus-Dschungel in Österreich hervor, der gerade in Bereichen unterschiedlicher Jugendschutz-Bestimmungen nicht nachvollziehbar ist und bei den Jugendlichen klarerweise Unverständnis hervorruft:

Zwar ist derzeit der Erwerb und Konsum von Tabakwaren einheitlich geregelt und schreibt eine Altersgrenze von mindestens 16 Jahren vor, jedoch sind bereits beim Kauf und Konsum von alkoholischen Getränken – hier ist in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland der Konsum von gebranntem Alkohol bereits ab 16 Jahren und nicht wie in den restlichen Bundesländern erst ab 18 Jahren erlaubt – die Bestimmungen in den Bundesländern höchst unterschiedlich.

Das Ganze setzt sich bei den Ausgehzeiten fort: Ein burgenländischer Jugendlicher mit 15 Jahren darf bis 1 Uhr früh ausgehen; in der benachbarten Steiermark muss ein Gleichaltriger bereits 2 Stunden früher, nämlich um 23 Uhr, Zuhause sein.

EIN Jugendschutzgesetz für unsere Kinder und Jugendlichen
Dieser „Wirrwarr“ zeigt klar, dass nicht ein Herumexperimentieren an einzelnen Paragraphen in den Landesgesetzen die Lösung ist, sondern ein österreichweit einheitliches und modernes Jugendschutzgesetz mit klar definierten Bestimmungen für unsere Jugend.

Bei der aktuellen Diskussion zum Thema wird zwar über bestehende Regelungen wie Alkoholkonsum, Ausgehzeiten, usw. gesprochen, jedoch wichtige Schutzmaßnahmen außer Acht gelassen.

Hier ist etwa ganz besonders der Schutz von Kindern und Jugendlichen zentral, welche sich noch nicht frei entscheiden können wo sie mit ihren Eltern oder Aufsichtspersonen hingehen oder fahren.
Ein modernes Jugendschutzgesetz muss daher neben den oben angesprochenen Bereichen auch Regelungen vorsehen um Kinder vor Passivrauch, etwa bei der Mitfahrt in einem Auto oder beim Aufenthalt in einem Raucherbereich eines Gasthauses zu schützen.

Gerade in der wichtigen körperlichen Entwicklungsphase eines Kindes ist ein umfassender Schutz vor gesundheitsschädlichen Einwirkungen sicher zu stellen. Einige Länder wie Italien oder Großbritannien haben die Gefahr des Passivrauchens im Auto bei Anwesenheit von Kindern bereits erkannt und strengere Maßnahmen im Sinne des Kindeswohls getroffen. Österreich hat hier Nachholfbedarf.

 

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